Die Schweizer Berge erklimmen

Die Alpen rufen und sie verlangen nach abenteuerlustigen Menschen, die ihre Berge erklimmen wollen. Die Schweiz bietet unzählige Klettermöglichkeiten für alle Stärken und jedes Alter. 

Ob am kleinen Kletterfelsen oder in den hohen Bergen, Klettern in den Schweizer Bergen ist ein unvergessliches Erlebnis. Wer etwa in Graubünden klettern möchte, findet dort alleine 1000 Gipfel von verschiedener Größe, die erklommen werden können. Auch Freiluft-Klettergärten oder alte Steinbrüche eignen sich bestens zum Klettern. Für Anfänger gibt es selbstverständlich auch Kletterhallen und einfache Touren. In jedem Fall, sind Fitness-Ferien weiterhin im Trend und das aus gutem Grund. Doch was muss man wissen, wenn man in der Schweiz klettern möchte?

Die richtige Ausrüstung

Bevor auch nur eine Klettertour geplant wird, braucht es die richtige Ausrüstung. Die Marke Patagonia hat sich ganz gezielt auf nachhaltige Ausrüstung und Bekleidung für alpines Klettern spezialisiert, und viele Shops führen das hochwertige Sortiment vollständig. Ein Blick auf die verfügbaren Kleidungsteile, Rücksäcke und Co hier gibt einen guten Überblick über alles, was für eine ausgedehnte Bergtour notwendig ist. Das dürfte den Einkauf vor den ersten Ausflügen deutlich erleichtern, da sie zumindest für die Kleidungsstücke alles auf einen Blick anbieten. Zu Kletter-Standardausrüstung gehören jedoch auch noch andere Bestandteile:

KLETTERSCHUHE

Hier ist es wichtig, dass die Schuhe sehr gut sitzen. Je nach der Art des Kletterns bedarf es gegebenenfalls verschiedener Schuhe

Klettergurte

Ein Gurt ist nötig, um sich sicher und effizient am Seil zu befestigen. Es gibt zahlreiche verschiedene Gurte, die es für verschiedene Klettertypen sowie verschiedene Kletterarten gibt. Erwachsene wählen häufig Hüftgurte, welche aus einem Bauchgurt, Anseilschlaufen, Beinschlaufen und Ausrüstungsschlaufen bestehen. Für Kinder eignen sich Komplettgurte. Hier braucht es jedoch eine gute Beratung um einen perfekt sitzenden Gurt zu finden, der Sicherheit, Komfort und Beweglichkeit bietet.

Kletterhelm

Während ein Helm beim Bouldern in einer Halle optional ist, sollte er im freien unter allen Umständen getragen werden. Er ist in der persönlichen Schutzausrüstung unerlässlich. Auch hier ist es wichtig, dass die Passform perfekt zum eigenen Kopf passt und die Sicherheit gegeben ist.

Sicherungsgerät

Beim Sicherungsgerät kann man sich zwischen manuellen Tube-Sicherungsgeräte, Tube-Sicherungsgeräte mit Bremsassistenz sowie „Halbautomatische“ Sicherungsgeräten entscheiden

Karabiner

Je nachdem, um welche Art des Kletterns es sich handelt, können auch noch weitere Elemente zur Ausrüstung hinzugefügt werden. So braucht es für einen Klettersteig spezielle Klettersteighandschuhe, Stiefel, die auch die Knöchel schützen, sowie ein Klettersteig-Set aus Klettersteigkarabiner, oder Stoßdämpfer (oder EAS) und elastische Lanyards. Für das Sportklettern braucht es Chalk und spezielle Seile. Hier lohnt es sich also, sich vorab zu informieren oder im Fachhandel um Rat zu fragen, sollte Unsicherheit bestehen. Denn Sicherheit hat beim Klettern, egal um welche Art des Kletterns es sich handelt, absolute Priorität.

Notwendige Vorbereitung

Egal ob Sportklettern oder Trad-Routen, lokale oder sogar vertikale Felswände in abgelegenen Bergregionen, das richtige Training ist lebensnotwendig und deshalb nicht zu unterschätzen.

Man muss die Fähigkeiten im Umgang mit dem Seil beherrschen, denn sie spielt auch beim Bergsteigen oder auf Klettersteigen im Freien eine wichtige Rolle.Vor allem im Winter, wenn gefrorene Wasserfälle in Tälern zu einer faszinierenden Arena für das Eisklettern werden, muss man entsprechend vorbereitet sein.

Zu Vorbereitung auf eine Klettertour gehör weit mehr als nur die richtige Ausrüstung. Es braucht eine lange Erfahrung in Kletterhallen und eine hohe körperliche sowie mentale Fitness. Höhenangst oder Panikattacken können vor allem bei anspruchsvollen Klettertouren schnell gefährlich werden.

Deshalb ist es notwendig, vorab in Kletterhallen und auf leichten Pfaden trainieren, bis man die Fitness und mentale Stabilität erreicht hat, die es braucht, um einen hoch aufragenden Berg in Angriff zu nehmen.

Das richtige Gepäck, mit energiereichen Snacks und genügend Flüssigkeit ist ebenfalls wichtig, genauso wie eine Möglichkeit, Rettungsdienste zu kontaktieren, sollte es zu einem Unglück kommen. Die Nummer der Alpinen Rettung Schweiz und Rettungsflugwacht Rega aus dem Inland ist die 1414, aus dem Ausland wäre sie die 0041-333-333 333 und der Sanitätsnotruf für Erste Hilfe und bei medizinischen Notfällen ist unter der 144 zu erreichen. Diese Nummern sollten auf jedem Telefon gespeichert sein, wenn man in den Schweizer Bergen unterwegs ist.

Für Anfänger lohnt es sich außerdem, geführte Touren mit Experten zu buchen, um ein Gefühl für die Berge zu bekommen und jemanden dabei zu haben, der die Berge kennt und auch durch schwierige Etappen leiten kann.

Auf diversen online Portalen finden sich Kontakte zu andere Kletterern, persönliche Empfehlungen für verschiedene Touren und Angebote für Kletterkurse.

Wichtige aktuelle Hinweise sowie offizielle Routen finden sich außerdem auf der Seite des Schweizer Alpen-Club, kurz SAC genannt, sowie dessen App.

Die besten Routen

Graubünden

Wer in der Schweiz klettern möchte, kommt an Graubünden mit seinen vielen Klettersteigen kaum vorbei. Ganze 360 Gipfel des Kantons sind 3.000 Meter hoch und teilweise sogar noch höher. Die Königin unter den Schweizer Gipfeln, der Piz Bernina mit 4049 Metern über dem Meeresspiegel, hat sogar internationale Bekanntheit erlangt und ist bei erfahrenen Kletterern sehr beliebt. Auch Piz Badile gehört zu den anspruchsvollsten, aber auch besten Routen der Region.

Graubünden hat jedoch auch Angebote, die weniger extrem sind und ein eher leichteres Klettern anbieten, wie zum Beispiel der Piz Kesch. Im hinteren Valsertal finden sich außerdem mehr als 150 Routen für jeden Schwierigkeitsgrad.

Mehr zum Klettern in Graubünden gibt es unter graubuenden.ch.

Tessin

Die wunderschöne Region des Tessin, welches bereits mit seinem von Italien beeinflussten Flair lockt, hat auch fantastische Klettermöglichkeiten zu bieten. Im atemberaubenden Verzascatal liegt der Boulder-Hotspot Brione, der mit zwei bis 6 Meter hohen Wänden für mehrere Schwierigkeitsgrade geeignet ist.

Der Ponte Brolla im Tessiner Vallemaggia ist für Plaisirkletterer ein Paradies, da alle der über 100 Routen bestens abgesichert sind.

Bern und Umgebung

Wer in Bern und Umgebung klettern möchte, beginnt am besten im großen Magnet-Trainingszentrum. Dort findet man diverse Kursen zum Kletternlernen in jedem Alter sowie insgesamt 2.300 m² Kletter- und 250 m² Boulderfläche, an denen sich auch erfahrene Kletterer austoben können.

Bern und seine Umgebung haben jedoch auch Routen im Freien im Angebot. Im Berner Jura finden sich vortreffliche Klettergebiete in jedem Schwierigkeitsgrad, wie zum Beispiel Gorges de Court , Gorges de Moutier oder Plagne und Rochers d’Orvin, um nur einig paar zu nennen.

Titelbild: Foto von Jef Willemyns via Unsplash

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