Barfusswege der Schweiz führen über Kies, Schlamm und durch kalte Bäche
FREIHEIT FÜR DIE FÜSSE

Schweizer Barfusswege als Pfad für alle Sinne

Es kitzelt zwischen den Zehen, wenn wir über frische Wiesen laufen. Erschöpfte Füsse kühlen wir im Bachlauf und müde Sohlen werden beim Gang über das Kiesbett wieder munter. Klingt das nicht wunderbar? Auf Barfusswegen heisst es: Raus aus den Schuhen und rein in die Natur!

Tag für Tag verschwinden sie in Turnschuhen oder Pumps. Kein Wunder, dass unsere Sohlen regelrecht abstumpfen. Oder wissen Sie noch, wie es sich anfühlt mit nackten Füssen über eine Wiese zu laufen, auf grobem Kies zu gehen oder in feuchtem Schlamm zu watten? Falls nicht, wird es höchste Zeit für einen Befreiungsschlag.

Was Barfusswege besonders macht

Barfuss gehen ist zudem gesund. Wer Schuhe und Strümpfe hin und wieder links liegen lässt, stärkt Bänder, Sehnen und Fussmuskulatur. Die Fussreflexzonen werden angeregt, die Durchblutung gefördert und das Herz-Kreislauf-System stimuliert. Das machen sich sogenannte Barfusswege zu Nutze: Wer sich gerne in der Natur aufhält und auf Wanderungen die Seele baumeln lässt, kann das mancherorts auch ohne Schuhe. So führen Wege über weiche Wiesen, feuchten Waldboden und durch erfrischende Wasserläufe. Hier und da gibt es auch Erlebnisstationen mit speziellem Untergrund für besondere Sinneseindrücke. Wanderungen und Spaziergänge werden so zu einem Erlebnis für alle Sinne.

Die schönsten Barfusswege in der Schweiz

Beschilderung auf dem Barfussweg in Appenzell

Barfussweg im Appenzell: Von Jakobsbad nach Gontenbad

Über Wiesen und Weiden führt der beliebte und gänzlich ausgeschilderte Barfussweg im Appenzeller Land. Wer mag, kann zwischen Gonten und Gontenbad auch im Schlamm waten – anschliessend gibt es selbstverständlich Waschmöglichkeiten. Ein besonderes Highlight ist auch der Kneippsche Armbad-Brunnen beim Toobeschopf-Museum, welches Sie auf halber Strecke erreichen.

Strecke: entlang der Eisenbahnstationen Jakobsbad, Gonten und Gontenbad; die Strecke ist in beide Richtungen begehbar.

Länge und Dauer: 5 km, ca. 1,5 Stunden

Schwierigkeit: leicht, keine grossen Steigungen, auch für Kinder geeignet

Sonstiges: Der Barfussweg führt entlang der Appenzeller Bahnstrecke, darum kann die Wanderung jederzeit unterbrochen werden. Einkehrmöglichkeiten bieten das Gasthaus Bad Gonten und das Talrestaurant Kronberg.

Barfussweg im Appenzell

Mit Blick auf den Bodensee: Barfussweg im Nollengebiet

Der Panorama- und Barfussweg rund um den Nollen startet in Wuppen. Sie können zwischen zwei Strecken von 4 km und 7 km wählen, die beide mit Barfusspfosten von 1,5 km Länge versehen sind. Auch hier geht es über Wiese, Waldboden und Wasserläufe. Spezielle Sinnesposten bieten müden Füssen Abwechslung.

Strecke: führt durch das Nollengebiet; die längere Strecke startet in Wuppenau, der kleine Rundweg in Hosenruck oder auf dem Nollen.

Länge: 4 km oder 7 km

Schwierigkeit: für Gross und Klein geeignet, leichte Steigungen

Sonstiges: Wer die Beschaffenheit des Bodens noch intensiver wahrnehmen möchte, kann sich im Blindgang mit Augenmaske führen lassen.

Ohne Schuhe im Engadin: Barfusstrails in Celerina

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Gleich drei Barfusswege können in Celerina begangen werden und führen durch den Stazerwald. Die Trails, die zwischen 1 km und 5 km lang sind, bieten zwar keine speziellen Erlebnisstationen, überzeugen aber mit ihrer wunderschönen Landschaft. Wasser, Wiese und Waldwege laden zum Barfuss- und Lustwandeln in der Natur ein.

Bergbach auf dem Barfusstrail Celerina, im Hintergrund der Munt da la Bes-cha

Strecke 1: San Gian - Punt dals Bouvs - San Gian

Länge und Dauer: 2,8km, ca. 45 Minuten

Schwierigkeit: auch für Familien geeignet

Strecke 2: San Gian - Choma Suot - San Gian

Länge und Dauer: 5 km, ca. 1,5 bis 2 Stunden

Schwierigkeit: auch für Familien geeignet

Strecke 2a: Abkürzung, beschildert

Länge und Dauer: 1km, ca. 15 Minuten

Schwierigkeiten: auch für Familien geeignet

Text: Nina Grünberger / Titelbild: basnik, iStock, Thinkstock / weitere Bilder: appenzell.ch; ENGADIN St. Moritz, swiss-image.ch, Christof Sonderegger

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