Frau trinkt Wasser
FASTENKUR

Was hinter Glaubersalz steckt

Ein Mal im Jahr eine Fastenkur – das wirkt heilsam auf den Körper. Glaubersalz hilft dabei, den Darm vorher effektiv zu entleeren und Giftstoffe auszuscheiden. Die Einnahme des Salzes kann aber auch gefährlich sein. Erfahren Sie hier von der Wirkung und den Risiken des Natriumsulfats.

Namensgeber des Glaubersalzes war der deutsche Arzt, Apotheker und Chemiker Johann Rudolf Glauber. Glauber stellte im Jahr 1625 aus Kochsalz und Schwefelsäure das Natriumsulfat her, das er selbst Sal mirabilis nannte. Heute ist es für seine abführende und detoxierende Wirkung bekannt. Es wird daher gern vor einer Fastenkur oder zum Entschlacken angewendet. Je nach Quelle ist Natriumsulfat heute auch in vielen Mineralwässern enthalten.

Wie nimmt man Glaubersalz ein?

Um die Salzkristalle aufzulösen, wird viel Flüssigkeit benötigt: Auf 500 Milliliter Flüssigkeit kommt etwa 20 bis 40 Gramm Glaubersalz. In lauwarmem Wasser lösen sich die Kristalle am besten auf. Der strenge Geschmack des Natriumsulfats kann durch einen Schuss Orangen- oder Zitronensaft gemildert werden. Die grosse Menge des Salzes sollte nicht auf einmal, sondern innerhalb von etwa 20 Minuten Schluck für Schluck getrunken werden. Spätestens drei Stunden nach der Einnahme setzt die Wirkung ein. Wichtig ist, dass Sie im Laufe des Tages jeder Zeit das «stille Örtchen» aufsuchen können. Und trinken Sie den ganzen Tag über so viel Wasser wie möglich, denn eine Darmentleerung dehydriert.

Nebenwirkungen: Wann und für wen ist es nicht geeignet

Mal von dem unappetitlichen Geschmack abgesehen, geht das Entschlacken mit Glaubersalz mit einigen Risiken einher. Schon der Name «Natriumsulfat» besagt, dass das Salz viel Natrium enthält. Bei einer Langzeiteinnahme kann eine erhöhte Dosis an Natrium zu Ödemen führen. Wenn Sie regelmässig mit diesem Mittel entschlacken, gerät der Mineralhaushalt ausser Gleichgewicht, der Körper verliert zum Beispiel viel Kalium. Und ein Kaliummangel kann bei Herzstörungen und Muskelschwächen schwerwiegende Risiken nach sich ziehen. Für Menschen mit Herzschwäche und niedrigem Blutdruck ist das Salz also absolut tabu. Auch wer unter einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt oder einer eingeschränkten Nierenfunktion leidet, sollte dieses Mittel lieber nicht anwenden. Das Natriumsulfat kann ausserdem die Wirkung bestimmter Medikamente beeinträchtigen. Informieren Sie sich bei Medikamenteneinnahme also vorher genau.

Die Fastenkur sanft beginnen: Entlastungstag

Vor dem Fasten oder einer Detoxkur sollte ein Entlastungstag eingelegt werden. An diesem Tag stehen nur Obst und Gemüse auf dem Speiseplan. Durch den Entlastungstag sind Obstreste (Zellulose) das letzte, was im Darm verbleibt. Diese gären nicht so leicht wie Getreide (Glucose) oder Fleisch (Eiweiss) und erleichtern die Umstellung auf das Nichtessen. Dann folgt die Darmreinigung, bevor das Fasten beginnt.

Alternativen zu Glaubersalz mit ähnlicher Wirkung

Glaubersalz zählt wegen seines Geschmacks und seiner plötzlichen Wirkung zu den härteren Abführmitteln. Etwas sanfter ist ein Einlauf, der schneller wirkt, jedoch nicht unbedingt den ganzen Teil des Darms entleert. Noch sanfter ist das Trinken von Sauerkrautsaft, Apfelessig und Pflaumensaft. Wer sonst keine Probleme mit dem täglichen Entleeren hat, für den sind diese Mittel geeignete Alternativen.

Titelbild: Valua Vitaly, Hemera, Thinkstock

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