Claude Monet: Seerosen im Orangerie-Museum
IMPRESSIONISTISCHE KUNST

Zum 175. Geburtstag von Claude Monet

In seinem Werk «Impression, Sonnenaufgang» von 1872 gab der Künstler Claude Monet dem Stil des Impressionismus als Erster einen Namen. An der Académie Suisse in Paris lernte der Maler das künstlerische Handwerk. Dieses Jahr würde er seinen 175. Geburtstag feiern.

Das Wort «Impression» im Titel der Darstellung von Le Havre zeigt, dass das Bild lediglich einen Moment festhält, nicht aber das wahre Bild der Landschaft abbildet. Monets Werke setzen sich mit der Wirkung von abstrakten Licht- und Farbimpressionen in der Natur auseinander. Der Künstler nutzte die Vorteile von tragbaren Farbtuben und Staffeleien, die im 19. Jahrhundert aufkamen, um «en plein air» zu malen. Motive wie die bekannten Seerosen malte er in Serien, um die stimmungsvollen Eindrücke unter Einwirkung des unterschiedlichen Lichteinfalls einzufangen.

Kurzbiographie: Das Leben von Claude Monet

Claude-Oscar Monet wurde am 11. November 1840 in Paris geboren. Seine Jugendzeit verbrachte er in Le Havre, wo er auch auf Eugène Boudin traf, der ihm die Natur-Malerei näherbrachte. Angetan von der künstlerischen Tätigkeit ging er mit 19 Jahren nach Paris, um an der «Académie Suisse» Kunst zu studieren. Dort lernte er Camille Pissaro, Auguste Renoir und Frédéric Bazille kennen, die später zu seinem engen Kollegen- und Freundeskreis gehörten. 1865 stellte er zum ersten Mal seine «Seestücke» in einem Pariser Salon aus, die stimmungsvolle Meeresmotive zeigen.

Während des deutsch-französischen Krieges lebte der Künstler ein Jahr lang in London, wo er mit den Arbeiten der englischen Maler der Romantik William Turner und John Constable in Berührung kam, dessen Arbeiten es ihm besonders angetan haben. Nach seiner Rückkehr aus London kaufte der Kunsthändler Paul Durand-Ruels viele seiner Arbeiten und sicherte somit die Finanzen von Monet, seiner Frau Camille Doncieux und deren zwei Kindern. Von seinem Boot aus, welches er als Atelier nutzte, arbeitete der Künstler an der Seine eifrig an Flussdarstellungen. In 1874 fand die erste Ausstellung von ihm und seiner Künstlervereinigung statt. Im Rahmen dieser Ausstellung stellte er «Impression, Sonnenaufgang» zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor. Daraufhin verspottete der Kunstkritiker Louis Leroy die teilnehmenden Künstler als «Impressionisten», deren Werke noch weniger ausgearbeitet seien als eine Tapete.

Der Seerosen-Zyklus: Kunstwerke im Musée de l'Orangerie

Auf den Tod seiner Frau Camille folgte ein finanzielles Tief. Ab 1984 arbeitete er an seinen berühmten Seerosen-Motiven. Nach einer Ausstellung von 1889, in welcher seine Gemälde zusammen mit Skulpturen von August Rodin gezeigt wurden, erlangte er wieder an Popularität. Der Begriff «Impressionismus» war nun kein Spottname mehr, sondern ein anerkannter Malstil. 1916 erhielt er den Staatsauftrag, einen Seerose-Zyklus im Musée de l’Orangerie anzufertigen. In dieser Zeit war sein Sehvermögen bereits durch eine Augenkrankheit geschwächt. Am 6. Dezember 1926 starb der anerkannte Impressionist in Giverny, wo er seit 1883 mit seiner zweiten Ehefrau Alice Hochschedé lebte.

Haus und Garten Claude Monets zur Besichtigung offen

Das ehemalige Domizil von Monet im franzözischen Dorf Giverny wird heute von der Fondation Claude Monet verwaltet: Haus, Garten und Atelier des Künstlers stehen Besuchern zur Besichtigung offen. Er selbst mietete das Haus im Jahr 1883, legte einen blumenprächtigen Ziergarten und später den sogenannten Jardin d'eau (Wassergarten) mit einem von einer Brücke überspannten Seerosenteich an, der Monet nicht selten als Motiv diente.

Claude Monets Garten in Giverny mit grüner Brücke

Berühmte Werke des impressionistischen Künstlers

Monets Bilder gehören heute zu den wertvollsten Kunstobjekten überhaupt. Das Ölgemälde «Le Bassin Aux Nymphéas» von 1919 brachte während einer Londoner Auktion von 2008 sogar rund 51,7 Millionen ein. Ein Grossteil seiner berühmten Werke sind zum Glück nicht in Privatbesitz, sondern in Museen und öffentlichen Sammlungen zu bestaunen:

  • Impression, Sonnenaufgang, 1872, Öl auf Leinwand, 48 x 63 Zentimeter, Musée Marmottan Monet, Paris.
  • Mohnfeld bei Argenteuil, 1873, Öl auf Leinwand, 50 x 65 Zentimeter, Musée d’Orsay, Paris.
  • Bahnhof Saint Lazare, Ankunft eines Zuges, 1877, Öl auf Leinwand, 82 x 101 Zentimeter, Harvard University Art Museum.
  • Getreideschober, 1890/91, verschiedene Formate und Ausstellungsorte.
  • Kathedrale von Rouen, 1891 – 1894, verschiedene Formate und Ausstellungsorte.
  • Seerosen, 1897 – 1899, Öl auf Leinwand, 81 cm × 100 Zentimeter, Galleria Nazionale d'Arte Moderna, Rom.
  • Die japanische Brücke, 1899, Öl auf Leinwand, 89 cm × 93 Zentimeter, National Gallery, London.
  • Das Parlament von London, Sonnenuntergang, 1902, Öl auf Leinwand, 81 cm × 92 Zentimeter, National Gallery of Art, Washington, D.C.

In der Schweiz auf den Spuren Monets

Der 175. Geburtstag des grossen Impressionisten ist gewiss ein Anlass, um seine Werke wieder- oder gar neuzuentdecken! In vielen Schweizer Museen und Sammlungen werden Monets Gemälde sowie zahlreiche andere Bilder des Impressionismus beherbergt. Diese Häuser sind allemal einen Besuch wert, um die grossartigen Bilder des Künstlers in Original zu sehen, so zum Beispiel das Kunsthaus Zürich, die Kunstmuseen in Basel und Winterthur und die Sammlung der Villa Langmatt.

Titelbild: Klaus Wagensonner via flickr.com (CC BY-NC-ND 2.0/ weitere Bilder: danahann, iStock, Thinkstock

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