Dampfschiffe: Dampferparade auf dem Vierwaldstättersee
BELLE ÉPOQUE ERLEBNIS

Dampfschiff-Fahrt: Nostalgisch unterwegs auf Schweizer Seen

Ein Dampfschiff hat nostalgischen Charakter. So sind heute noch 15 Schaufelraddampfer für Erlebnisfahrten auf Schweizer Seen im Einsatz. Freuen Sie sich auf eine Rundfahrt mit kulinarischen Genüssen oder mieten einen der Raddampfer für private Feiern und Firmenanlässe.

Fast alle grossen Schweizer Seen können noch mit Dampfschiffen aufwarten, die fast täglich in Betrieb sind, so der Thunersee, der Zürichsee, der Brienzersee, der Genfer See und der Vierwaldstätter See. Auch Raddampfer ausser Dienst findet man häufig in unterschiedlichsten Funktionen, beispielsweise als Seerestaurant oder gar als Hotel. Das älteste aller Dampfschiffe ist auf dem Vierwaldstättersee zuhause.

Der Zürichsee schreibt Raddampfer-Geschichte

Die «Minerva», das erste eiserne Dampfschiff auf europäischen Kontinent, nimmt im Juli 1835 seinen Dienst auf dem Zürichsee auf, was für die nächsten 50 Jahre einen wahren Boom der Dampfschifffahrt auslöst. Als Ende des 19. Jahrhunderts die Eisenbahn einen immer grösseren Stellenwert einnimmt und der Dampfschifffahrt das Aus droht, wird 1890 die «Zürcher Dampfboot Aktien-Gesellschaft» (ZDG) gegründet, die den Nahverkehr rund um Zürich sichert. Als der Passagieransturm in der «Belle Epoque» immer weiter zunimmt, werden bei der Firma Escher Wyss die beiden Schiffe «Stadt Zürich» und «Stadt Rapperswil» bestellt, die bis heute für reguläre Kursfahrten und für Extrafahrten zwischen Zürich und Schmerikon im Einsatz sind. Im Unterschied zu den übrigen Schweizer Raddampfern sind die augenfälligsten Merkmale  der kurze Schornstein, das grosszügige vordere Freideck in der 1. Klasse und die zierliche Reling.

Salon des Dampfschiffs La Suisse

Zwei Raddampfer auf dem Zürichsee

Die Namen der beiden Raddampfer «Stadt Zürich» und «Stadt Rapperswil» stehen stellvertretend für die bekanntesten Städte am See. Die alten Damen gehören zu den Letzten dieser Art und gelten heute als Industriedenkmäler. Im Unterschied zu den übrigen Schweizer Raddampfern haben sie kurze Schornsteine, ein grosszügiges Freideck in der 1. Klass und eine besonders zierliche Reling. Innen weisen sie einen Hauch der zeitgenössischen Eleganz der «Belle Epoque» auf: Weisse Decken mit eingebauten Leuchtkörpern, Möbel aus afrikanischem Birnbaumholz, Täfer mit Mahagonifurnieren, Herrenzimmer in Verandaform auf dem Oberdeck mit edler Holzbestuhlung und Bezügen aus Leder. Jedes Jahr sind diverse Spezialfahrten geplant wie ein Dampfer-Dinner, die Muttertags-Mittagsfahrt und die 1.August-Festfahrten.

Dampfschiff Blümlisalp auf dem Thunersee

Erbaut wurde das Zweideckschiff mit Seitenantrieb in 1906 von der Zürcher Werft Escher Wyss & Cie. Zwei Grossrenovationen erfuhr es in 1992, als es auf Ölfeuerung umgestellt wurde und in 2006. Wer an Bord speisen möchte, kann sich zwischen dem modernen maritim gestalteten Restaurant mit bodenhohen Glaswänden, edlen Holzvertäfelungen und blauen Korbstühlen und dem schicken Jugendstil-Speiseraum entscheiden. Auf dem Schiff «Blümlisalp» können Sie sich auch romantisch das Ja-Wort geben, ein Blumenbouquet und eine Flasche Sekt inklusive. Bei 154 Bankettplätzen hat auch die ganze Hochzeitsgesellschaft Platz.

Dampfschiff Lötschberg auf dem Brienzersee

Das Salonschiff wurde 1914 bei der Zürcher Werft Escher Wyss & Cie. in Auftrag gegeben. Seither wurde es zweimal umgebaut, zuletzt in 2001. Der wunderschöne in grün gehaltene Salon versprüht einzigartiges Ambiente der «schönen» Epoche. Auch auf dem «Lötschberg» Dampfer können Sie sich das Ja-Wort geben. Das Schiff fasst 144 Bankettplätze.

Dampfschiff Lötschberg: Salon im Belle Époque Stil

Schifffahrt Genfer See: Sechs Dampfschiffe

Die sechs grössten Raddampfer ihrer Art sind auf dem Genfersee unterwegs und im Sommer fast täglich im Einsatz. Der «Montreux»-Dampfer besitzt sogar eine ferngesteuerte Dampfmaschine, die erst 2001 eingesetzt wurde. Alle anderen werden mit Dieselmotor betrieben. Als der Grösste und Schönste aller Dampfer in der Schweiz und in Europa wurde 1908 «La Suisse» bestellt. Unter der Initiative der ABVL wurden bei der «Rhône» die metallischen Hauben durch eine Realisierung aus Plexiglas ersetzt und wie bei «La Suisse», «Simplon» und «Savoie»auf dem Hauptdeck die Holzlatten durch Glasplatten ersetzt, sodass die typischen rythmischen Bewegungen der Dampfmaschine bestaunt werden können

Schifffahrt Vierwaldstättersee: Fünf Dampfschiffe

Auf dem Vierwaldstättersee fahren gleich fünf Dampfschiffe, die bestens gepflegt sind. Darunter «Uri», der älteste Raddampfer der gesamten Schweiz, der sogar im Winter als Salondampfer eingesetzt wird und «Gallia», der schnellste Raddampfer auf einem Binnengewässer mit 31,5 Stundenkilometern. Ausserdem können Sie im «Schiller», «Unterwalden» und «Stadt Luzern» nostalgische Dampfer-Fahrten erleben.

Die 15 Raddampfer auf Schweizer Seen

Titelbild: SGV

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