Ein Klassiker für gut betuchte Frauen: Das Carré von Hermès
LUXUS IM QUADRAT

Gut betucht: Das Carré von Hermès

Auf einer Fläche von 90 x 90 Zentimetern treffen sich künstlerische Farbenfreude, handwerkliche Feinarbeit und mehr als 70 Jahre Tradition, die Modefans buchstäblich um den Finger gewickelt hat.

Wer ein Carré von Hermes besitzt, trägt es nicht einfach nur als seidiges Accessoire, sondern als Lebenseinstellung. Es sind 65 Gramm purer Luxus, edelste Tradition und feinste Modemacherkunst, die sich da so sanft um die Hälse, Hüften, Handgelenke oder Haare ihrer stolzen Trägerinnen schwingen.

Die Qual der Wahl: Mehr als 1'000 Motive

Ein Carré ist ein «Invest for Life». Und wer besonders viel Lebenssinn verspürt, kann seine Sammlung gar nicht oft genug erweitern. Kein Wunder: Bei inzwischen weit über 1'000 Motiven in der über 70-jährigen Tradition der Tücher steht man vor der Qual der Wahl. Und jedes Jahr kommen zwölf weitere Pracht-Quadrate dazu: sechs Wiederauflagen vergangener Editionen und sechs komplett neue, von Hand gemalte Muster. Zudem kommt jedes Motiv in sechs bis zwölf Farben. Tipp für Alle, die sich bei der Auswahl nicht entscheiden können: Halten Sie sich an die vermeintliche Stilregel von Grace Kelly. Danach braucht man nur ein Tuch. Und das in allen Farben. Gleiches soll die Fürstin übrigens auch über die berühmte, nach ihr benannte «Kelly Bag» von Hermès gesagt haben. Doch leider geht diese Rechnung wohl nicht mal für besonders gut betuchte Herrschaften auf. Um das Kult-Carré ist in den letzten Jahrzehnten nämlich so eine Begehrlichkeit gewachsen, dass bestimmte Tücher nur noch in streng bewachten Privatsammlungen zu finden sind. Und wenn überhaupt nur zu horrenden Preisen gehandelt werden.

Mit Herz und Handarbeit: Zwei Jahre für ein Carré

Gemeinsam ist allen Luxus-Tüchern ihre aufwendige Herstellung. In einem Siebdruckverfahren wird das Muster auf brasilianische Maulbeerseide gedruckt. Beim ersten Druck entstehen die Konturen des Musters, in weiteren Drucken folgt der Farbauftrag von oft mehr als 20 verschiedenen Tönen. Erst wenn das Carré vollständig durchtrocknet ist, folgt die Veredelung der Seide. Beim abschliessenden Konfektionieren werden die Carrés auf ihr typisches Mass von 90 x 90 Zentimetern zugeschnitten und dann von Hand rolliert. Zwei Jahre dauert es vom Entwurf bis zur Umsetzung eines fertigen Luxustuchs.

 

#festivaldesmetiers in Hamburg, a rendez-vous with the Hermès craftsmen #hermes

Ein von Hermès official account (@hermes) gepostetes Foto am

Ein Tuch, unzählige Möglichkeiten

Dass das Kult-Carré seit fast einem Jahrhundert nicht aus der Mode gekommen ist, liegt wohl nicht nur an seiner vielfältigen Erscheinung, sondern ebenso bunten Einsetzbarkeit. Es als klassisches Tuch um den Hals zu tragen, versteht der modische Alleskönner dabei fast schon als Beleidigung. Grace Kelly hat sich ihren seidigen Begleiter beispielsweise als Schlinge für ihren gebrochenen Arm gebunden. Madonna drapiert ihr Modeviereck zum Turban für Bad-Hair-Days. Rihanna wickelt es zum Bikini-Top. Aber auch als Gürtel, Handtasche, Armband und in dutzenden anderen Varianten kann der Stoff der Träume geknotet werden. Hermès selbst zeigt sich übrigens als Vorzeige-Knotenkünstler und stellt eine eigene App mit Anleitungen zum Nachknoten bereit. Worauf warten wir also noch: «Silk Knots»-App laden, losknoten und weiter träumen. Motive und Farben gibt es dafür schliesslich genug.

Text: Linda Freutel / Bilder: Hermès

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