Zertifizierter Chronometer: Uhr mit Ganggenauigkeit
AUF DIE SEKUNDE

Chronograph und Chronometer: Der feine Unterschied

Ganggenauigkeit und eine aparte Gestaltung ist das Ziel jedes Uhrmachers. Nur geprüfte Zeitmesser dürfen sich Chronometer nennen. Ist eine Uhr hingegen mit einer Stoppfunktion ausgestattet, spricht der Kenner von Chronograph.

Wenn von Chronometer und Chronograph die Rede ist, kommt es häufig zu Verwechslungen. Was also hat es mit den Begriffen auf sich?

Entwicklung des Chronometers

Die Geschichte der Chronometrie ist eng verbunden mit Navigation und Seefahrt. Zur Positionsbestimmung war die präzise Angabe der Uhrzeit Bedingung. Nur das erlaubte dem Navigator, den geografischen Längengrad zu bestimmen und so verlässliche Aussagen auf hoher See zu machen. Bereits 1735 stellte John Harrison eine solche Uhr vor, die durch höchste Ganggenauigkeit überzeugte. Allerdings brachte erst die Entwicklung seines vierten Models den Durchbruch. Seitdem wurden Chronometer auf allen Schiffen genutzt, bis sich vor der Jahrtausendwende andere Verfahren zur Positionsbestimmung auf See durchsetzen. Über zwei Jahrhunderte hinweg war es jedoch unverzichtbar, ein sogenanntes Schiffschronometer mit sich zu führen. Seit 1973 bürgt die Schweizer Contrôle officiel suisse des chronomètres (COSC) für deren Zuverlässigkeit.

Chronometer – ein Stück Schweizer Präzision

Nur erfolgreich geprüfte Uhren erhalten das Zertifikat der Schweizer Kontrollstelle. Dafür müssen sie in einem mehrtägigen Prüfverfahren ihre Ganggenauigkeit bei wechselnden Bedingungen unter Beweis stellen. Zusammenfassend ist zu sagen, dass Uhrwerke, die grösser als 20 Millimeter sind, nur geringe Toleranzen aufweisen dürfen. Bei kleineren Modellen sind höhere Abweichungen akzeptabel. So ist die Herrenuhr als Chronometer gerade typisch. Für mechanische Werke ist eine 15-tägige, für Quarzwerke eine 11-tägige Prüfung vorgesehen. Darüber hinaus entfällt für Quarzwerke die Unterscheidung nach der Grösse des Uhrwerks.

Ganggenauigkeit in allen Lebenslagen

Die Uhren dürfen bei 24 Prozent Luftfeuchtigkeit in unterschiedlichen Positionen so wenig Abweichungen wie möglich aufweisen. Dabei wird die Uhr jeweils mit der Krone nach allen vier Himmelsrichtungen ausgerichtet. Dass ein Chronometer selbst dann korrekte Zeiten anzeigt, wenn es auf dem Ziffernblatt liegt, ist wünschenswert und wird deshalb ebenso geprüft. Zudem muss der Zeitmesser im Temperaturbereich von 8 bis 23 Grad präzise arbeiten. Einige der bekanntesten Chronometer stammen aus der Schweiz. Rolex gehört zu den populärsten Anbietern.

Chronograph für die Zeitmessung

Der Chronograph entstammt der Schweizer Uhrmacherkunst. Er bezeichnet Uhren mit Stoppfunktion. 1776 gelang es Jean Moïse Pouzait eine Uhr zu entwickeln, deren Sekundenzeiger sich anhalten liess. Louis Moinet verfeinerte diesen Mechanismus und stellte 1816 eine Stoppuhr vor, die anzuhalten und zurückzustellen war. Ab diesem Zeitpunkt war die genaue Ermittlung von Zwischenzeiten möglich, was mit Pouzaits Uhr noch nicht gelang. Bis heute hat der Chronograph durchaus seine Berechtigung. Im Sport ist er unverzichtbar und auch in der Astronomie findet er Verwendung bei der Messung von Sterndurchgängen für die Zeitbestimmung.

Titelbild: Jimmy Smith via flickr.com (CC BY-NC-ND 2.0)

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