Perlen in der Natur und als Zucht
AUSTERN-GEHEIMNISSE

Perlen und ihre wundersamen Arten

Perlen sind zeitlos schön und bei Jung und Alt als Schmuckstück beliebt. Doch Perle ist nicht gleich Perle! Man unterscheidet zwischen Zucht- und Naturperlen sowie ihrer Herkunft.

Die festen, runden Fremdkörper aus Perlmutt wachsen in Austern heran. Die Perlbildung ist eine Reaktion der Muschel auf bestimmte Fremdkörper. Man unterscheidet zwischen Zuchtperlen und Naturperlen, also solche, die durch menschliches Eingreifen entstehen und organisch heranwachsenden.

Perlenwachstum: Naturperlen vs. Zuchtperlen

Zuchtperlen wachsen auf Perlenfarmen heran, wo Tausenden Austern ein Kern eingesetzt wird, um das Wachstum von Perlen anzuregen. Zwei bis fünf Jahre Pflege sind nötig, damit sich eine Perle entwickeln kann. Naturperlen dagegen entstehen durch Zufall, wenn ein Fremdkörper in die Muschel eindringt und eine Reizung auf sie ausübt. Als Reaktion auf die Reizung sondert die Muschel Perlmutt ab, eine Mischung aus Kalziumkarbonat und organischen Substanzen, die sich allmählich in Schichten um den Fremdkörper legen. Im Verlauf mehrerer Jahre formen diese Perlmuttschichten die Perle. Beide Perlenarten zählen zu den «echten» Perlen und werden zu hochwertigem Schmuck verarbeitet.

Naturperlen: beeindruckendes Flammenspiel

Naturperlen, die einen Handelswert darstellen oder genügend Attraktivität aufweisen, sind extrem selten. So treten Zuchtperlen an die Stelle der häufigsten und verfügbarsten Perlen, die zu Schmuck verarbeitet werden. Während Zuchtperlen meist eine gleichmässig runde Form haben, schafft die Natur auch bizarre Formen und Farbnuancen von besonderem Reiz: Auffällig ist das beeindruckende Flammenspiel, welches einige Naturperlen ziert. Zuchtperlen weisen Farben von Weiss über leicht gelblich bis zu zartem Rosa und Grau auf.

Süsswasserperlen

Die Venusmuschel lebt im Süsswasser und produziert Perlen in den verschiedensten Formen und Farben. In einer Venusmuschel werden bis zu 50 Perlen produziert. Die Süsswasserperlen gehören zur Gattung der Zuchtperlen und stammen heutzutage meist aus China und Japan. Sie sind von Natur aus mehrheitlich Weiss bis Crème-farben, kommen aber auch in den Tönen Rosé, Altrosa und Apricot vor. Teilweise werden sie auch nachträglich eingefärbt.

Keshi-Perlen

Kernlose (Keshi-Perlen) oder Barock-Perlen haben oft sehr interessante Formen, welche die Perlen sehr lebendig und erscheinen lassen und auf den ersten Blick als echte Perlen erkennbar sind. Das Wort «Keshi» (japanisch) bedeutet «Mohnsamen», weshalb sie auch «Mohnsamenperlen» genannt werden. Sie bilden sich im Salz- oder Süsswasser und entstehen, wenn die Auster das Implantat abstösst, bevor der Wachstumsprozess abgeschlossen ist oder das Mantelgewebe aufbricht und mehrere Perlensäckchen ohne Kern bildet. Weil es keinen Kern gibt, der die Form beeinflusst, sind Keshi-Perlen für gewöhnlich klein und stets verschieden. Sie bestehen zu 100 Prozent aus Perlmutt: So ergibt sich ihre besonders strahlende und schimmernde Oberflächenqualität. Während sie früher – besonders in Tahiti und der Südsee Keshis – als Schnäppchen bekannt waren, sind Keshi-Perlen heute sehr viel seltener zu finden und somit teurer.

Südseeperlen

Die Perlen wachsen in zwei bis sechs Jahren heran, wobei pro Auster immer nur eine Perle heranwächst. Südsee-Perlen gehören mit zehn bis 16 Millimetern Durchmesser zu den grössten Perlen. Sie werden in Australien, Indonesien und auf den Philippinen gezüchtet. Für die Bewertung der Perlen ist die Herkunft massgebend. Neben dem Perlentyp sind vor allem auch Farbe, Lichtdurchlässigkeit, Lüster (Glanz), Oberflächenreinheit, Grösse, Form und Symmetrie entscheidend. Die beliebtesten Farben sind Weiss, Silbergrau und Gold.

Akoya-Perlen

Diese Salzwasser-Zuchtperlen stammen aus Japan und werden dort schon seit fast 100 Jahren kultiviert. Jede fünfte Salzwasser-Perlenauster produziert Akoya-Perlen: Das Wachstum dauert acht Monate bis zwei Jahre. Akoya-Perlen sind von Natur aus Weiss oder Crème-farben – durch menschliche Behandlung aber in weiteren Farben erhältlich. Sie sind kleiner als Südseeperlen, meistens perfekt rund und haben häufig einen feinen, roséfarbenen Glanz, was sie sehr gefragt macht. Neben Japan werden sie auch in China, Tahiti und Vietnam gezüchtet.

Tahiti-Perlen

Tahiti-Perlen wachsen in der Regel vier bis fünf Jahre – pro Auster ergibt sich eine Perle. Die Grösse von Tahiti-Perlen variiert zwischen neun und 17 Millimeter. Die Perlmuttschicht um den eingepflanzten Perlmuttkern ist meist sehr dick und gesund. Ihre Naturfarbe, ihr Glanz und ihre Schönheit bleiben dadurch weiterhin erhalten. Tahiti-Perlen überzeugen durch ihren dramatischen Kontrast zwischen ihren grauen, silbernen oder schwarzen Grundfarben und dem farbenfrohen, über der Perloberfläche schwebenden Schimmer – auch Orient genannt. Tahiti-Perlen sind erheblich teurer als Süsswasserperlen.

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Text: Andra Möckli / Titelbild: Studio-Annika, iStock, Thinkstock / weitere Bilder: Kleinerheinperle

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