Gastfreundschaft: die hohe Kunst der Bewirtung
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Die hohe Kunst der guten Gastfreundschaft

Was gibt es Schöneres, als einen gemütlichen Abend in geselliger Runde? Aufrichtige Gastfreundschaft sorgt dafür, dass sich der Besuch wie Zuhause fühlen kann. Dazu gehört nicht nur, dass man den Gästen auf Nachfrage das leere Glas wieder auffüllt.

Jeder war in seinem Leben sicher mehrmals Gast und Gastgeber. Kleine Patzer sind im privaten Umfeld kein Problem, doch auf dem grösseren Parkett fällt so etwas unangenehm auf. Hier kommt der Gastgeber Knigge ins Spiel. Von der Begrüssung über die Bewirtung bis zum Gästebad gibt es so einiges, das dem Besuch in hoffentlich positiver Erinnerung bleiben wird.

Gäste untereinander vorstellen

Gute Gastgeber wissen, wen sie wann und wem vorstellen müssen: So wird beispielsweise der gesellschaftliche Vortritt für Damen auf der beruflichen Bühne aufgehoben; hier geht es nach Hierarchie. Die Sitzordnung wird jedoch vom Gastgeber bestimmt. Das Essen beginnt jeweils, sobald der Gastgeber zu Tisch bittet oder das Buffet eröffnet. Setzt man sich in einem Restaurant zusammen, erfordert der Gastgeber Knigge, dass nur der Gastgeber das Bedienpersonal herbeiruft.

Bewirtschaftung zuhause: So zeigen Sie Gastfreundschaft

Wenn sich Besuch anmeldet, laufen viele Gastgeber zu kulinarischen Hochtouren auf. Begrenzen Sie sich aber auf ein Menu, das sich gut vorbereiten lässt und Sie nicht den ganzen Abend in Anspruch nimmt. Keiner wünscht sich, den ganzen Abend zwischen Küche und Esszimmer zu pendeln. Eine gute zeitliche Planung ist das A und O, am besten wird das Menü einmal im Vorfeld geübt. So bekommt man ein besseres Zeitgefühl und man lernt aus kleinen Patzern.

Wichtig ist auch das Abklären von Unverträglichkeiten. Denn selbst der berühmte Apfelkuchen nach Grosmutters Rezept wird beispielsweise von Gluten-Allergikern unangetastet bleiben. Vermeiden Sie diese Situation, indem Sie sich auf die jeweiligen Gäste einstellen und notfalls Alternativen bereit halten.

Alkoholische Getränke sind zwar kein Muss, bilden aber ein schönes Ritual, um auf die gemeinsame Zeit anzustossen. Im Winter empfiehlt es sich, durchgefrorene Gäste mit einem heissen Getränk, wie einer Tasse Tee  zu empfangen. Weiter sollte grundsätzlich eine Karaffe Wasser auf dem Tisch stehen. Beim Nachschenken gilt: nur nach Rückfrage. Tipps und Rezepte für einen gelungen Apéritif finden sie hier.

Das Badezimmer gästefreundlich einrichten

Das stille Örtchen ist mitunter ein heikles Thema. Um Peinlichkeiten zu vermeiden, genügt es nicht, dass die Sanitärräume in einem einwandfreien Zustand und zweckmässig möbliert sind. So muss unbedingt sichergestellt sein, dass ausreichend Toilettenpapier, Seife und ein für Gäste markiertes Handtuch vorhanden sind. Persönliche Hygieneartikel werden bestenfalls zuvor weggeräumt oder verstaut.

Gastfreundschaft: aufmerksam und souverän

Perfekte Gastgeber sind charmant, freundlich, zuvorkommend und sehen über den Fauxpas des Gegenübers hinweg. Das kann bei einem Essen à la carte ein zu teures Hauptgericht oder der dritte Likör nach dem Essen sein. Ein Gast, der sich den Teller mehrmals überhäuft, wird ebenso höflich behandelt wie jemand, der fast überhaupt nichts isst oder ein Dritter, der von einer Spezialität niemandem etwas übrig lässt. Ein Einschreiten wird allerdings bei Problemsituationen wie betrunkenen Gästen nötig. Dies sollte höflich, aber bestimmt vorgenommen werden.

Gastfreundschaft bedeutet ausserdem, eine gesellige Runde herzustellen. Menschen, die sich bisher nicht kannten, werden einander am besten mit einem Themenanstoss vorgestellt. Gute Gastgeber sorgen für Getränkenachschub und unterhalten sich zumindest kurz mit jedem ihrer Gäste - bei sehr grossen Treffen kann dies eine allgemeine Ansprache sein.

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Bild: Thinkstock, iStock, Photodisc 

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