Kirschenernte im Obstgarten
HOBBYGÄRTNERN

Obstgarten anlegen und Früchte ernten

Einen eigenen Obstgarten anlegen ist purer Luxus! So weiss man, wo die Früchte herkommen, die doch so wichtige Vitaminlieferanten sind. Hier erhalten Sie wichtige Infos zur Pflege und Wahl der Sorten.

Unkomplizierte Obstbäume wie Äpfel, Birnen und Kirschen gedeihen auch im eigenen Garten gut. Wird der Obstgarten mit viel Liebe und Fürsorge gepflegt, belohnt er mit süssen und schmackhaften Früchten. Früchte aus eigenem Anbau schmecken nicht nur frisch, man kann sie auch zu gesundem Saft, Marmelade und Desserts verarbeiten.

Kernobst: Regionale Früchte

Kernobst: Äpfel, Birnen, Quitten

Als Kernobst werden alle Arten aus der Familie der Rosengewächse bezeichnet, die im Inneren die eigentliche Sammelbalgfrucht für die Samen enthalten. Äpfel und Birnen sind für den Anbau im Garten recht pflegeleicht. Für jede Anbauregion und Gartengrösse gibt es zahlreiche Birnen- und Apfelsorten mit ganz individuellem Geschmack. Der Quittenbaum ist in der Pflege zwar sehr unkompliziert, doch ist er frostempfindlicher als der Apfel- und Birnbaum. Einen Garten mit Kernobst können Sie im Spätherbst oder im Frühjahr anlegen, weil die jungen Pflanzen einen humosen und feuchten Boden mögen. Eine Düngung von Kernobstbäumen ist im ersten Jahr noch nicht notwendig, dafür muss stets für einen feuchten Boden gesorgt werden. Ernten Sie die Früchte erst, wenn sie sich leicht pflücken lassen. Die Ernte sollte auch nicht zu früh und nicht zu spät erfolgen, damit die Früchte möglichst lange halten.

Steinobst für den Obstgarten

Steinobst: verschiedene Pflaumensorten

Das Steinobst zeichnet sich durch einen steinartigen Kern in der Mitte aus, während das Fruchtfleisch fleischig und saftig ist. Kirschen, Nektarinen, Aprikosen, Pflaumen, Mirabellen und Pfirsiche sind die uns bekannten Steinobstsorten. Im heimischen Garten wachsen Kirschen, Pflaumen und Zwetschgen am besten. Obwohl Pfirsiche und Nektarinen auch winterhart sind, sind sie eher im Süden Europas beheimatet, da sie schon im Frühjahr blühen. In Mitteleuropa droht im Frühjahr möglicherweise noch der Spätfrost. Steinobstbäume benötigen viel Feuchtigkeit und lockere Erde. Auch für Steinobst sind der Spätherbst und der Frühling die optimale Pflanzzeit. Ältere Bäume müssen nur bei starker Trockenheit gegossen und sehr selten gedüngt werden, sonst wachsen sie zu schnell. Beim Sommerschnitt werden alle steilen Triebe und nach innen wachsende Zweige entfernt, sodass der Baum nach dem Schnitt licht wird. Die Früchte werden geerntet, sobald sie sich weich anfühlen und aromatisch duften.

Fast alle Stein- und Kernobstsorten eignen sich für Dörrobst. Wer kein Dörrgerät zu Hause hat, der kann die Früchte auch im Backofen bei gekippter Ofentür und stets weniger als 50 Grad trocknen oder auf einer Schnur mit Sonne und Luft.

Beeren – die Highlights im Obstgarten

Frisch aus dem Garten: Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren

Zum Beerenobst zählen unter anderem die Johannisbeere, Heidelbeere, Himbeere, Brombeere und Stachelbeere. Das Beerenobst wächst nur auf Sträuchern, deshalb wird die Erdbeere auch nur im Volksmund als Beere bezeichnet, tatsächlich gehört sie aber dem Rosengewächs an. Und wussten Sie, dass auch Trauben, Holunder und Sanddorn zu den Beeren gehören? Die Himbeere und Heidelbeere sind im Obstgarten die beliebtesten Beerenfrüchte. Das Anlegen von Beerensträuchern erfolgt im Frühjahr. Junge Beerensträucher kommen mit den frischen Frühlingstemperaturen gut aus, gleichzeitig bietet der Boden ihnen noch genügend Feuchtigkeit. Legen Sie vor dem Einpflanzen noch ein Rankgitter oder Drähte an, an welchen die Sträucher hochgezogen werden. In den warmen Sommermonaten sollten die Beerensträucher regelmässig und reichlich gegossen werden. Die reifen Früchte sind noch fest, aber nicht hart und schmecken süss und aromatisch. Die Lagerzeit ist bei Beerenobst sehr unterschiedlich, sie hängt ganz von der Sorte ab. Reife Himbeeren halten im Kühlschrank nur ein bis zwei Tage.

Obst und Beeren kaufen

Häberli mit Sitz in Neukirch-Egnach hat ein besonders umfangreiches Sortiment an robusten, ertragreichen und aromatischen Obst- und Beerenpflanzen für den Hausgarten, Balkon und Terrassen. Ebenso finden Sie Beeren und Steinobst bei Rosen Huber.

Freund oder Feind?

Schädlinge bekämpfen

Trotz sehr guter Pflege können Schädlinge uns einen Strich durch die Rechnung machen, indem sie die Pflanzen befallen oder sich durch die Früchte sattfressen. Daher sollen auch die jungen Obstbäume und Beerensträucher regelmässig auf Krankheiten und Insektenbefall untersucht werden, um bei der Ernte verkümmerte Früchte und Triebspitzen zu vermeiden. Zu den häufigsten Plagegeistern zählen Milben, Raupen und Blattläuse. Nehmen Sie vor allem auch die Blätter unter die Lupe, etwa die Obstbaum-Spinnmilbe lebt auf der Blattunterseite. Bekämpfen Sie die Eier und Larven von Blattläusen, Schildläusen und Spinnmilben im Spätwinter durch eine Austriebsspritzung mit Präparaten auf Paraffinöl-Basis. Setzen Sie die Ölprodukte aber nur an Pflanzen ein, die schon im Vorjahr von Schädlingen befallen wurden, da auch Nützlinge an den Bäumen überwintern.

Nützlinge locken

Einer Vermehrung von Schädlingen können Sie ganz einfach entgegenwirken, indem Sie Nützlinge in den Garten locken. Die Larven von Schwebfliegen fressen bis zu 100 Blattläuse am Tag. Winterharte Kohlsorten wie Grün- und Rosenkohl bieten diesen Tierchen die Grundlage zur Entwicklung. Florfliegen, auch als Motten genannt, sind sehr nützlich, weil sie sich von Blattläusen ernähren. Zum Überwintern benötigen sie einen Unterschlupf in Stiegenhäusern. Auch Marienkäfer haben die kleinen Läuse zum Fressen gern. Bauen Sie ein Insektenhotel aus Hartholz, um den Fressfeinden von Schädlingen einen Unterschlupf zu bieten. Wildbienen finden in einem Wildbienenhaus Schutz. Neben Hummeln sind sie extrem wichtig für die Befruchtung von Obstbäumen.

App: Nützlinge im Garten

Unser Tipp: Die App «Nützlinge im Garten» von Aid hilft, ein Insekt als Freund oder Feind zu identifizieren. Sie erfahren, gegen welche Schädlinge ein Nützling wirksam ist, wie er lebt, woran er zu erkennen ist und wie er sich besonders wohlfühlt. Ein einfacher Bestimmungsschlüssel zeigt Schritt für Schritt, welches Tier man vor sich hat.

 

Titelbild: gimbat, iStock, Thinkstock / weitere Bilder: AleksandarDickov, iStock, Thinkstock; pavelgr, iStock, Thinkstock; Amanda Grandfield, iStock, Thinkstock

 

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