Zitrone wirkt im Körper basisch und gehört deshalb zur basischen Ernährung dazu
IM GLEICHGEWICHT

Basische Ernährung: entsäuern und wohlfühlen

Viel Fleisch, Käse, Zucker und unzureichende Bewegung: diese Gewohnheiten führen dazu, dass die meisten Menschen heute übersäuert sind. Wenn der Säure-Basen-Haushalt ausser Gleichgewicht gerät, ist es höchste Zeit für die Umstellung auf eine basische Ernährung.

Sauer macht nicht immer lustig: Ist der Körper zu sauer, reagiert er mit Krankheiten. Eine Übersäuerung des Körpers macht sich nicht nur durch anhaltende Müdigkeit oder Orangenhaut bemerkbar – sie ist auch anhand des pH-Werts messbar. Spätestens dann empfiehlt sich, auf eine basische Ernährung umzustellen.

Warum überhaupt so sauer?

Den Tag überwiegend sitzend verbringend, dazu jede Menge Fleisch, Käse, Süsses – so oder ähnlich sieht der Alltag vieler Menschen aus. Obst, Gemüse und Bewegung kommen häufig zu kurz. So schleicht sich ein Ungleichgewicht zwischen Säuren und Basen ein, die sich im Körper eigentlich in Balance befinden sollten. Nebst den zu vielen säuernden Lebensmitteln entstehen im Organismus auf natürliche Weise permanent neue Säuren, die entsorgt werden müssen: Kohlensäure bei der Atmung, Milchsäure bei schwerer Muskelarbeit, Aminosäuren bei der Verstoffwechselung. So besteht bei den meisten Menschen heute ein Säurenüberschuss. Erst wenn der Körper genug Basen zur Verfügung hat, wird er die Säurelast wieder los.

Was hinter basischer Ernährung steckt

Woher kann er nun Basen beziehen und was macht eine basische Ernährung aus? Neutralisierende Basen können den Körper über die Nahrung zugeführt werden: Als basisch gelten schlichtweg Lebensmittel, die einen hohen Gehalt an basenbildenden Mineralien und Spurenelementen wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen enthalten. Bei der Verdauung neutralisieren sie die entstandenen sauren Stoffwechselrückstände. Die basische Ernährung besteht nicht darin, alle säurebildenden Produkte zu vermeiden, sondern die sauren Stoffwechselprodukte zu neutralisieren. Um einen Überschuss an Säure zu kompensieren, sollen die basischen Zutaten zu jeder Mahlzeit gegenüber den sauren überwiegen: Optimal ist ein Verhältnis von Basen- und Säurebildnern von 80:20. Einige Ernährungsformen wie etwa Trennkost kombinieren Lebensmittel im Hinblick auf den Basen-Säure-Haushalt.

Basisch ernähren ist die klassische Grundlage aller Detox-Programme

Sauer oder basisch: das verrät der pH-Wert

Der pH-Wert gibt an, ob bestimmte Körperbereiche sich im sauren oder basischen Bereich befinden. Auf einer Skala von 1 bis 14 sind alle Werte sauer, die unter sieben liegen. Ein Wert von sieben gilt als neutral und jene, die über sieben liegen, sind basisch oder alkalisch. Es gibt jedoch keinen pauschalen Richtwert, der für alle Körperbereiche gleichermassen gültig ist. Bei einem gesunden Menschen liegt der pH-Wert von Darm und Magen im sauren Milieu. Das Blut, die Lymphe, die Gallenflüssigkeit sowie das Bindegewebe sollten hingegen einen basischen Wert haben. Der ideale pH-Wert des Blutes liegt in einem leicht basischen Bereich von 7,35 bis 7,45.

Anzeichen einer Übersäuerung des Körpers

Liegt eine Verschiebung der alkalischen Körperregionen zum sauren Bereich vor, spricht man in der Medizin von einer Azidose, Übersäuerung. Eine chronische Übersäuerung äussert sich nicht durch ein konkretes Krankheitsbild aus, sondern durch eine ganze Reihe unterschiedlicher Beschwerden. Wenn basische Organe und Gewebe sauer sind, fühlt man sich meist müde, schlapp und antriebslos. Wenn sich der Zustand verschlechtert, treten weitere Beschwerden wie Infektanfälligkeit und Kopfschmerzen auf. Auch können äusserliche Körperveränderungen wie Haarausfall, die unbeliebte Orangenhaut und brüchige Nägel hinzukommen.

Den Säure-Basen-Haushalt wieder in Schwung bringen

Eine Übersäuerung kann nicht gezielt mit Medikamenten behandelt werden. Ärzte verschreiben in der Regel nur Mittel, die die Symptome lindern. Der beste Weg, um das Wohlbefinden zurückzuerlangen, ist eine basische Ernährung. Basische Lebensmittel können zwar eine Übersäuerung verhindern, doch heisst es nicht, dass Säurebildner automatisch schlechte Lebensmittel sind. Nüsse, Hülsenfrüchte, Eier und Fisch bilden bei der Verdauung zwar viel Säure, doch liefern sie dem Körper wichtige Vitamine und Mineralien.

Basische Lebensmittel im täglichen Speiseplan

Essen Sie täglich viel Obst und Gemüse, da fast alle Obst- und Gemüsesorten zu den gesunden Basenbildnern gehören. Anders als man vielleicht glaubt, gehören auch Zitronen und Limetten zu einer basischen Ernährung. Auch wenn sie sauer schmecken, wirken sie im Körper basisch. Bauen Sie täglich möglichst viele dieser basischen Lebensmittel in Ihren Speiseplan ein:

  • Äpfel und Bananen
  • Buchweizen
  • Zitronen und Limetten
  • Ingwer
  • Molke
  • Blumenkohl
  • Kartoffeln
  • Paprika
  • Blatt- und Wurzelgemüse
  • Sprossen
  • Frische Kräuter: Petersilie, Basilikum, Schnittlauch
  • Knoblauch und Zwiebeln
  • Trockenfrüchte und Mandeln

Zudem sollten Sie ausreichend trinken: natürliches Wasser ohne Kohlensäure ist der beste Basenspender, ebenso basische Kräutertees. Die Flüssigkeit unterstützt den Abtransport der Säuren, ideal sind zwei bis drei Liter am Tag.

Verringern Sie hingegen den Verzehr von Fleisch, Wurst, Käse, Milchprodukten, Kaffee, zuckerhaltigen Getränken, Alkohol, Brot und anderen Getreideprodukten sowie Essig und Süssigkeiten.

Basische Ernährung vs. Basenfasten: Die 7-Tage-Kur

Anders sieht es bei einem Basenfasten aus: Während einer nur sind nur basische Lebensmittel erlaubt. Der Körper scheidet dabei alle sauren Stoffwechselprodukte aus, so werden die Organe entlastet. Empfohlen wird meist eine 7-Tage-Kur, da ein langfristiger Verzicht auf gesunde Säurebildner zu einem Nährstoffmangel führen kann. Eine Anregung zum Basenfasten finden Sie hier auf Focus.de.

Titelbild: nensuria, iStock, Thinkstock / weiteres Bild: ipopba, iStock, Thinkstock

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